CEO, Digital Power Systems
Was ist Digital Power?
Bei Digital Power übernimmt ein Mikroprozessor (MCU) die komplette Regelung des Netzteils. Im Gegensatz zu herkömmlichen analogen Regelungen eröffnet dies völlig neue Möglichkeiten in Bezug auf Flexibilität, Zuverlässigkeit und Konnektivität.
Aufbau eines digitalen Netzteils
Ein digitales Netzteil besteht aus vier Hauptkomponenten:
- Leistungsendstufe (Physical Layer): Die eigentliche Energiewandlung
- Analog Frontend (AFE): Wandelt analoge Messwerte in digitale Signale
- Digitaler Mikroprozessor: Führt die Regelschleife aus
- Gate-Treiber: Steuert die Leistungshalbleiter an
Vorteile von Digital Power
IoT- und Industrie-4.0-Fähigkeit
Live-Daten in der Cloud ermöglichen Echtzeit-Monitoring und Ferndiagnose. Das Netzteil wird zu einem intelligenten, vernetzten Baustein im industriellen Ökosystem.
Vorausschauende Wartung (Predictive Maintenance)
Durch Datenanalytik können potenzielle Fehler erkannt und behoben werden, bevor das System ausfällt. Dies reduziert ungeplante Ausfallzeiten erheblich.
Flexibilität
Parameter sind digital konfigurierbar - per Software statt durch Hardware-Änderungen:
- Ausgangsspannung und Ausgangsstrom
- Überstromschwelle
- Verhalten im Fehlerfall
- Fehlerprotokoll und Diagnose
Langlebigkeit
Digitale Netzteile von DPS verzichten auf Elektrolytkondensatoren und setzen auf Folienkondensatoren. In gemeinsamen Tests mit dem KIT wurde eine Lebensdauer von über 70 Jahren demonstriert - im Vergleich zu 7 bis 10 Jahren bei herkömmlichen Netzteilen mit Elektrolytkondensatoren.
Hohe Effizienz
Wirkungsgrade von bis zu 95 % reduzieren die Verlustleistung und damit die Wärmeentwicklung - ein weiterer Faktor für eine lange Lebensdauer.